man lieber einmal zu viel den Notruf (112)
wählen sollte, als zu zögern und damit wertvolle
Minuten in der Rettungskette zu verschenken?
Sollte sich der Anruf im nachhinein als nicht
notwendig herausstellen, entstehen keine Kosten
für den Anrufer.
Wussten Sie, dass...
Stürze zu den häufigsten Unfällen zu Hause zählen? Sie können das Risiko von Stürzen folgendermaßen reduzieren:
Halten Sie Treppenstufen frei von Gegenständen.
Halten Sie Treppenstufen sauber und gut beleuchtet.
Lassen Sie ein Baby niemals unbeaufsichtigt an erhöhten Stellen zurück, von denen Sie herunterfallen können (z.B. Wickeltisch).
Wussten Sie, dass...
die Haut die erste Barriere gegen Krankheitserreger bildet? Schon kleinste Hautverletzungen können jedoch dazu führen, dass Krankheitserreger eindringen. Je größer die Wunde ist, umso größer ist auch die Gefahr von Infektionen.
Wussten Sie, dass...
Ein Schock lebensbedrohlich ist, weil die Organe minderversorgt werden?
Wenn eine Person unter Schock steht, dann
bringen Sie die Person in die Schocklage (Beine erhöht lagern)
beheben Sie nach Möglichkeit die Ursache (z.B. Stillen einer starken Blutung mittels Druckverband)
setzten Sie einen Notruf (112) ab
wenn die Person bewusstlos wird, dann bringen Sie sie in die stabile Seitenlage
Wussten Sie, dass...
Verbrennungen bei Babies und Kleinkindern ernster sein können als bei einem Erwachsenen? Eine Verbrennung bei einem Erwachsenen kann zu einem geringen Verlust an Körperflüssigkeit führen; bei einem Baby oder Kleinkind hingegen kann dieselbe Größe und Tiefe einer Verbrennung einen wesentlich höheren Verlust an Körperflüssigkeit verursachen.
Wussten Sie, dass...
Eine Bewusstlosigkeit lebensbedrohlich ist, weil der Betroffene an seiner Zunge und seinem Mageninhalt ersticken kann?
Wenn eine Person bewusstlos wird, dann
setzen Sie einen Notruf (112) ab
prüfen Sie, ob die Person atmet
wenn Atmung vorhanden ist, bringen Sie die Person in eine stabile Seitenlage
wenn keine Atmung vorhanden ist, führen Sie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durch (30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungen im Wechsel, bis der Rettungsdienst übernimmt)
Ist Ihr zu Hause sicher?
Fakt: Ein Viertel aller Personen, die zu Hause tödlich verunglückten, schliefen zum Zeitpunkt des Geschehens.
Bringen Sie einen Rauchmelder an und überprüfen Sie diesen wöchentlich.
Die meisten Unfälle ereignen sich zu Hause; überprüfen Sie deshalb Ihr Haus nach möglichen Gefahren.
Vor allem Stürze machen einen Großteil der Unfälle im Haushalt aus. Sie können das Risiko eines Sturzes
reduzieren, wenn Sie Treppenstufen frei von Gegenständen halten und gut beleuchten. Lassen Sie nie ein Kleinkind unbeaufsichtigt
auf erhöhten Flächen zurück (z.B. Wickeltisch).
Jedes Jahr sterben weltweit etwa 50.000 Kinder an Vergiftungen. Wenn Sie Kinder haben, verschließen Sie Reinigungsprodukte, Pestizide und andere Chemikalien, Alkohol, Zigaretten, Feuerzeuge, Streichhölzer, Kraftstoff, Plastiktüten, scharfe Objekte und Medikamente in Schränken oder lagern Sie dies an Orten, die für Kinder nicht erreichbar sind.
Eignen Sie sich Grundkenntnisse in Erster Hilfe an
Fakt:
Die meisten Unfälle ereignen sich zu Hause.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, einen Erste-Hilfe Kurs zu besuchen, nutzen Sie die Gelegenheit!
Alternativ sollten Sie ein gutes Erste-Hilfe-Buch erwerben.
Hilfe anfordern
Sie sollten wissen, wann ein medizinischer Notfall vorliegt und wann der Notruf (112) zu wählen ist.
Sie sollten wissen, wie Sie Ihren Arzt oder Apotheker kontaktieren können und wie Sie am schnellsten ein Krankenhaus oder eine Notfallstation erreichen können.
Erste Hilfe
Bewahren Sie Ihren Erste-Hilfe-Kasten nicht in Reichweite von Kindern auf. Kontrollieren Sie den Inhalt regelmäßig.
Waschen Sie Ihre Hände vor und nachdem Sie Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt habe.
Säubern Sie kleinere Wunden und bedecken Sie diese mit einem sauberen Verband.
Entfernen Sie schnellstmöglich Rückstände von Körperflüssigkeiten (z.B. Blut, Erbrochenes).
Bewahren Sie Ruhe
Falls ein Unglück passiert ist, bewahren Sie Ruhe und beruhigen Sie die verletzte Person.
Unfälle vermeiden
Treffen Sie Vorsorge, dass Unfälle erst gar nicht geschehen können. Sie können sich schnell und einfach vor möglichen Unfällen im Haushalt schützen:
Lesen Sie bei Medikamenten immer die Packungsbeilage und überprüfen Sie sorgfältig die Dosierungsanweisung.
Überprüfen Sie die Verfallsdaten auf Produkten und sortieren Sie abgelaufene Produkte aus.
Überprüfen Sie Gegenstände Ihres Haushaltes und Möbel (z.B. Sofas, Kinderwagen, Babytragetaschen) auf Sicherheit und Einhaltung der Sicherheitsstandards.
Lassen Sie Babys und Kinder nicht unbeaufsichtigt, vor allem nicht in der Küche.
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass Sie einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen sollten, bevor Sie Erste Hilfe Maßnahmen durchführen!
Es ist sehr wichtig, im Haushalt einen Erste-Hilfe-Kasten zu haben. Sie können Erste-Hilfe-Kästen in den meisten Apotheken erwerben. Natürlich können Sie den Inhalt auch einzeln erwerben und einen Erste-Hilfe-Kasten selbst zusammenstellen.
Sinnvoll ist es, Wunddesinfektionsmittel,
Baumwollmull, eine Schere, Pinzette und Einweg-Schutzhandschuhe beizufügen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Erste-Hilfe-Kasten im Falle eines Unfalles leicht zugänglich ist. Trotzdem sollte er nicht in Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Überprüfen Sie den Inhalt regelmäßig auf Vollständigkeit und Haltbarkeit.
Fakt:
Waschen Sie immer Ihre Hände, bevor und nachdem Sie Erste Hilfe leisten.
Bei kleineren Verletzungen (z.B. Insektenstiche, kleine Schnitt- oder Schürfwunden) können Sie die Gefahr einer Infektion verringern, wenn Sie Wunddesinfektionsmittel auf die Wunde auftragen und anschliessend mit einem Verband abdecken. Das Wunddesinfektionsmittel vermindert die Anzahl der Krankheitserreger in der Wunde, während der Verband verhindert, dass weitere Keime und Bakterien in die Wunde eindringen können.
Tipps, wie Sie kleinere Wunden behandeln können:
Waschen Sie Ihre Hände gründlich. Anschließend gut abtrocknen.
Reinigen Sie die Wunde unter fließendem Wasser.
Trocknen Sie die Wunde vorsichtig mit einem frischen Taschentuch.
Falls die Haut um die Wunde herum verschmutzt ist, bedecken Sie die Wunde kurzzeitig mit einem sterilen Mullverband. Reinigen Sie anschließend die Haut um die Wunde mit Seife und Wasser. Achten Sie dabei darauf, dass kein Schmutz in die Wunde gelangt.
Tupfen Sie die Wunde vorsichtig trocken. Tragen Sie danach vorsichtig antiseptische Wundcreme auf und bedecken die Verletzung mit einem Pflaster.
Wie verhält man sich, wenn eine Person unter Schock steht?
Fakt: Eine Schocklage verbessert die Blutversorgung des Gehirns. Dadurch kann eine drohende Bewusstlosigkeit durch Schock ggf. verhindert werden.
Ein Schock im medizinischen Sinne ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der durch verschiedenste Ursachen entstehen kann,
z.B. Angst, Schmerzen, Herzinfarkt, massive Blutungen oder allergische Reaktionen.
Anzeichen für einen Schock sind:
blasse, kalte Haut
schneller und flacher Puls
Bewusstseinstörungen / drohende Bewusstlosigkeit
eventuell sogar Blaufärbungen der Lippen, Ohrläppchen und der Nagelbetten an Fingern und Zehen
Das Problem beim Schock ist, dass die Organe minderversorgt werden. Dies macht sich beim Gehirn als erstes bemerkbar,
da es am wenigsten Blut-, bzw. Sauerstoffmangel toleriert. Die Person droht hierdurch bewusstlos zu werden.
Solange sie reagiert, legen Sie die Person hin und heben Sie ihre Beine leicht an (Schocklage). Hiermit
verbessern Sie die Blutversorgung der Organe und des Gehirns, da Blut aus den Beinen zurückfließen kann. Wenn sich
der Zustand nicht sofort bessert, die Person ernsthaft verletzt ist, oder z.B. über Atemnot klagt, müssen Sie einen Notruf
(112) absetzen. Im Zweifel ist ein Notruf nie falsch!
Wie man sich verhält, wenn eine Person bewusstlos wird?
Fakt: Nur durch eine stabile Seitenlage verhindert man effektiv lebensbedrohliche Konsequenzen einer Bewusstlosigkeit.
Bewusstlosigkeit kann aus verschiedensten Gründen auftreten, z.B. durch Minderdurchblutung des Gehirns bei schnellem Aufstehen,
Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen oder Schädelverletzungen.
Wenn ein Mensch bewusstlos wird, dann erschlafft seine Muskulatur und alle Schutzreflexe fallen aus. Dadurch können vor allem
in Rückenlage folgende lebensbedrohliche Dinge geschehen:
Die Zunge kann nach hinten in den Rachen rutschen und so die Atemwege verschließen, sodass die Person ersticken kann
Mageninhalt kann in den Rachenraum zurückfließen und in die Lunge eingeatmet werden (Aspiration), wodurch die Person
- schlechter atmen kann (Flüssigkeit in der Lunge),
- eine schwere Lungenentzündung bekommen kann (Fremdkörper in der Lunge)
- und die Lunge geschädigt wird (Magensäure in der Lunge).
Um diese Gefahren abzuwenden muss man die Person in eine stabile Seitenlage bringen. In dieser Position kann Mageninhalt aus dem Mund
fließen, bevor die Person diesen möglicherweise einatmet und die Zunge rutscht nach vorne und gibt die Atemwege frei. Achten Sie für
eine effektive Seitenlage darauf, dass der Mund des Betroffenen geöffnet ist und zum Boden zeigt, so dass Flüssigkeit auch hinausgelangen
kann. Achten Sie weiterhin darauf, dass der Kopf der Person überstreckt ist (in den Nacken gelegt), damit die Zunge effektiv „aus dem Weg“
geschafft wird.
Denken Sie unbedingt daran, bei Feststellen einer Bewusstlosigkeit SOFORT einen Notruf (112) abzusetzen. Die Person sollte immer von einem
Arzt untersucht werden, um gefährliche Ursachen der Bewusstlosigkeit auszuschließen.
Wie man kleinere Verbrennungen und Verbrühungen behandelt
Fakt:
Je tiefer und größer die Brandwunde ist, um so gefährlicher ist die Verbrennung für die eigene Gesundheit. Kleinere Verbrennungen betreffen nur die äußeren Hautschichten und verursachen eine Rötung. Darüber hinaus kann die Haut anschwellen und empfindlich reagieren. Verbrennungen durch heiße Flüssigkeiten und leichte Sonnenbrände sind ebenfalls Beispiele für kleinere Verbrennungen. Unverzügliche Erste-Hilfe-Maßnahmen können häufig dazu beitragen, dass die Wunde gut und natürlich verheilt.
Kühlen Sie etwa 10 Minuten lang die verletzte Stelle mit kaltem Wasser, um das Brennen abzustellen und die Schmerzen zu lindern.
Entfernen Sie vorsichtig Schmuck, Uhren oder Kleidung von der Verbrennung, bevor sie beginnt anzuschwellen.
Bedecken Sie die Wunde mit einem sterilen Verband oder einem anderen sauberen, flusenfreien Material. Sie können auch eine Plastiktüte oder Frischhaltefolie verwenden, um die Wunde kurzzeitig zu schützen. Verbrennungen können sich sehr leicht entzünden; deshalb sollten Sie vor Keimen und Bakterien geschützt werden. Brandblasen sollten weder berührt, noch aufgestochen werden, da dies zu Infektionen führen kann. Tragen Sie keine Lotionen, Salben, Creme oder Fette auf die Wunde auf.
Ernste Verbrennungen und Verbrühungen benötigen sofort medizinische Behandlung – vor allem dann, wenn große Hautflächen betroffen sind. Wenn Sie Zweifel haben, wie ernst eine Verbrennung wirklich ist, sollten Sie einen Arzt oder Apotheker konsultieren.