man dann von einer allergischen Reaktion spricht, wenn das Immunsystem auf eine normale Substanz überreagiert?
Wussten Sie schon, dass...
Personen, die an einer Allergie leiden, eine Besonderheit mit der Bezeichnung “Atopie“ haben? Atopie ist eine vererbte Eigenschaft, die eine starke Produktion von Antikörpern hervorruft, sobald bestimmte Substanzen mit dem Körper in Kontakt kommen. Die gute Nachricht ist allerdings, dass nicht jede Person, die diese Eigenschaft geerbt hat, eine Allergie oder eine atopische Krankheit entwickelt.
Wussten Sie schon, dass...
während der letzten 40 Jahre ein kontinuierlicher Anstieg an Allergien festgestellt wurde? Die Gründe dieses Anstiegs sind noch immer unbekannt. Wissenschaftler machen jedoch Veränderungen der Umwelt und des Lebensstils für den Anstieg verantwortlich:
Erhöhte Umweltverschmutzung
Stärkere Allergen-Aussetzung
Unausgewogenes Essen
Einige Allergien haben sich mehr ausgebreitet als andere. Das könnte daran liegen, dass möglicherweise sich auch die auslösende Substanz stärker ausgebreitet hat. Die Kiwi war früher beispielsweise ein Luxusgut in Deutschland. Es ist jedoch nicht endgültig geklärt, ob der Anstieg von Allergien gegen Kiwis mit dem heute erhöhten Konsum der Frucht zusammenhängt, oder weil Personen heute empfindlicher reagieren.
Was ist eine Allergie?
Der Mensch produziert Antikörper, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Antikörper werden allerdings auch gegen andere Substanzen produziert, mit denen der Mensch in Kontakt kommt. Hierbei kann es zu einer Allergie kommen - eine ungünstige Reaktion des Körpers auf normalerweise harmlose Substanzen wie z.B. Blütenpollen, Staub, Nahrungsmittel oder Medikamente. Allergene (jene Substanz, die eine Allergie auslösen kann) können eine oder mehrere Reaktionen auslösen:
Atemwegsallergien, wie z.B. Asthma oder Heuschnupfen.
Allergien, die den Magen-Darmbereich betreffen, können Erbrechen, Unterleibsschmerzen und Durchfall verursachen.
Hautallergien verursachen Nesselsucht und verschiedene Formen von Hautentzündungen.
Eine starke allergische Reaktion kann selten auch zu einem anaphylaktischen Schock führen (lebensgefährdend).
Achtung beim anaphylaktischen Schock Fakt: Allergien können vielfältige Symptome haben: Sie reichen von einer laufenden Nase bis zum anaphylaktischen Schock.
Ein anaphylaktischer Schock ist eine seltene aber sehr gefährliche Reaktion, die dringend ärztlicher Behandlung bedarf. Dieser Zustand ist eine massive allergische Reaktion, die bei anfälligen Personen innerhalb kürzester Zeit auftreten kann, nachdem sie Kontakt mit einem Allergen hatten. Beispielsweise kann ein Insektenstich, eine Injektion eines Medikamentes oder das Essen einer bestimmten Speise den Schock auslösen.
Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks:
Beträchtlicher Abfall des Blutdrucks
Erschwertes Atmen
Gesicht und Hals können anschwellen (erhöhte Erstickungsgefahr)
Falls es zu einem anaphylaktischen Schock kommt, wählen Sie bitte sofort den Notruf (110). Personen, die bekanntermaßen ein höheres Risiko tragen, einen anaphylaktischen Schock zu erleiden, tragen in der Regel eine Dosis Adrenalin bei sich. Dies kann im Notfall eingenommen werden. Falls Sie oder ein anderes Familienmitglied einem erhöhten Risiko eines anaphylaktischen Schocks unterliegen, holen Sie bitte Rat bei Ihrem Arzt oder Apotheker.
Fakt:
Bis zu 15 Millionen Personen leiden in Deutschland an einer Allergie.
Substanzen mit der Bezeichnung “Allergene“ sind dafür verantwortlich, dass allergische Reaktionen auftreten. Die meisten Allergene besitzen einen geringen Anteil Proteine, die für alle Lebewesen eine wichtige Rolle spielen. Allergene, die keine Proteine besitzen, verbinden sich daher im Körper einer Person zuerst mit einem Protein. Hierbei kann es zu einer allergischen Reaktion kommen.
Zu den Allergenen gehören :
Pollen
Hausmilben
Schimmelpilze
Tiere
Insektenstiche
Nahrungsmittel wie Eier, Kiwi, Milch und Nüsse
Manche chemische Mittel
Latex (z.B. in Einweghandschuhen)
Manche medizinische Mittel (z.B. Penicillin)
Wenn man an einer Allergie leidet, “glaubt“ der Körper, dass das Allergen gefährlich ist. Mit anderen Worten: der Körper ist sensibilisiert. Sobald die spezifische Substanz wieder mit dem Körper in Kontakt kommt, stellt dieser einen speziellen Antikörper her, um das Allergen anzugreifen. Das führt dazu, dass andere Zellen im Körper Chemikalien produzieren, welche die typischen Symptome einer allergischen Reaktion verursachen (wie z.B. Hautreizungen und Entzündungen).
Falls Sie an einer Allergie leiden, minimieren Sie den Kontakt mit jenen Bereichen, wo Allergene besonders häufig vorzufinden sind.
Es könnte eine Allergie vorliegen, wenn Sie oder ein Familienmitglied unter typischen Symptomen einer allergischen Reaktion leiden. Manchmal ist der jeweilige Auslöser einer allergischen Reaktion leicht zu identifizieren. In anderen Fällen ist dies jedoch nicht so leicht und erfordert ein gewisses Maß detektivisches Gespür. Beachten Sie hierbei Folgendes:
Leiden oder litten bereits andere Personen aus Ihrer Familie an Allergien?
Treten die Symptome nur zu bestimmten Zeiten im Jahr/während des Tages auf?
Treten die Symptome nur an speziellen Orten auf (z.B. nur zu Hause, auf der Arbeit, in der Schule?)
Treten die Symptome nur nach bestimmten Aktivitäten auf – z.B. nach dem Essen eines bestimmten Nahrungsmittels oder nach Verwendung eines bestimmten Produktes?
Fakt:
Wenn Sie Bereiche meiden, in denen Sie potentiell auf spezifische Allergene treffen können, vermindern Sie die Gefahr allergischer Reaktionen. Je nachdem, wie sie oben aufgeführte Fragen beantwortet haben, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Dieser kann Ihnen helfen, Gründe allergischer Reaktionen aufzuspüren.
Je nachdem, wie Sie auf diese Fragen antworten, kann Ihr Hausarzt die Gründe Ihres Leidens identifizieren. Machmal verwenden Ärzte Allergietests, um spezifische Ursachen zu ermitteln.
Für Betroffene können Allergien sowohl hinderlich als auch schwer zu behandeln sein. In vielen Fällen kann daher schon eine effektive Behandlung darin bestehen, dass man den Kontakt mit dem spezifischen Allergen minimiert oder gänzlich vermeidet. So ist es beispielsweise relativ einfach, auf das Essen von Kiwis zu verzichten, wenn man auf die Frucht allergisch reagiert. In anderen Fällen kann es aber wesentlich schwerer sein, den Kontakt zum Allergen zu vermeiden: Entweder, wenn das Allergen nicht eindeutig zu identifizieren ist, oder, wenn das Allergen in der Umgebung sehr weit verbreitet ist (z.B. Blütenpollen).
Wenn Ihr Kind an einer Allergie leidet, sollten Sie wissen, wie man den Kontakt zum Allergen am besten vermeiden kann. Auch sollten Sie sich informieren, wie Sie Ihr Kind behandeln müssen, wenn eine allergische Reaktion auftritt (z.B. Adrenalin-Injektion bei von anaphylaktischen Schocks gefährdeten Allergikern). Stellen Sie auch sicher, dass die entsprechenden Betreuer in Kindergarten oder Schule das Vorgehen in Notfällen kennen.
Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind unter einer Lebensmittelallergie oder –überempfindlichkeit leidet, sollten Sie Ihren Hausarzt kontaktieren. Verändern Sie in solchen Fällen nicht die Ernährung Ihres Kindes, ohne zuvor Rücksprache mit Ihrem Hausarzt gehalten zu haben.
Reinigen ist wichtig Fakt:
Gute Hygiene im Haushalt kann dazu beitragen, dass man herkömmlichen Allergenen (wie z.B. Hausstaubmilben) weniger ausgesetzt ist.
Es ist allgemein bekannt, dass Hygiene im Haushalt wesentlich dazu beiträgt, die Familie vor Krankheitserregern zu schützen. Jedoch werden durch gute Hygiene nicht alle Mikroben abgetötet, die uns umgeben. Man reduziert lediglich das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern. Die regelmäßige Reinigung des Haushalts kann zu einer Verminderung von Allergenen führen, wie z.B. Staubmilben und Tierhaar. Somit reduzieren Sie “Attacken“ der Allergene auf betroffene Personen.
Besonders beobachtet wird der veränderte Lebenswandel der Menschen als möglicher Grund des Anstiegs von Allergien: Verbesserte Hygiene im Haushalt und im Lebensmittelbereich, auch sauberes Wasser, Impfungen und Antibiotika, haben dazu geführt, dass Menschen in geringerem Umfange Mikroben ausgesetzt sind. Wissenschaftler fordern daher, eine “Grundlage“ für das Immunsystem zu schaffen, indem man es gezielt Krankheitserregern aussetzt. Es gibt zahlreiche Belege, dass gute Hygiene im Haushalt die Risiken infektiöser Krankheiten vermindert. Allerdings gibt es aktuell keine Belege, dass bessere Hygiene Allergien auslösen kann.
Effektive Vorgehensweisen in der Haushaltshygiene werden auf dieser Webseite aufgeführt. Hier können Sie nützliche Tips finden, wie und wo Sie im Haushalt die Ausbreitung von Krankheitserregern verhindern können.